Syncing calendar of Ubuntuphone using syncevolution

Syncing my addressbook hosted at posteo.de succeeded a longer time ago (see: https://cosmicyes.wordpress.com/2015/02/26/syncing-addressbook-of-ubuntuphone-using-syncevolution/). Syncing my calender as well failed because of not known reasons. Maybe I made some mistakes or one of the recent updates of ubuntutouch solved the problem. Nevertheless, here are the steps that worked for me (again posteo.de is used as an example. OwnCloud f.e. should work very similar).

Connect your device via usb with your computer, open a terminal and type

adb shell

become root with
su - phablet
1. step:
syncevolution --configure --template WebDAV username=[yourusername]@posteo.de password=[yourpassword] syncURL=https://posteo.de:8843/calendars/[yourusernamewithoutdomain]/default/ keyring=no target-config@posteo
2. step:
syncevolution --configure database=https://posteo.de:8843/calendars/[yourusernamewithoutdomain]/default/ backend=caldav target-config@posteo mycalendar
3. step:
syncevolution --configure --template SyncEvolution_Client sync=none syncURL=local://@posteo username= password= posteo
4. step:
syncevolution --configure sync=two-way backend=calendar database= posteo mycalendar
5. step: (this step does not work for me in the terminal of the computer. I have to type it in the terminal-app of the ubuntu phone instead)
syncevolution --sync slow posteo mycalendar
This last step starts an initial sync.

Later it is enough to type
syncevolution posteo mycalendar
To sync your calender with every startup of the device (boot, not unlock!) you could create a small shell script and let it start at boot time using this howto:

https://askubuntu.com/questions/613557/how-to-autostart-a-shell-script-on-ubuntu-touch

I deceided not to do this as I boot the device really seldom. If I want the calender to be synced I start the process in the terminal app of the device.

Some last thoughts:

Even though I succeeded syncing the calender on my ubuntu phone with my calender on posteo the calender app still is nearly useless for me. What I wish for the future is:

– sync automaticaly whenever a calender entry is added

– add additional calenders (my wifes for example)

– improvements and (lot of) bug fixes to the calender app

Syncing addressbook of Ubuntuphone using syncevolution


One of the things I miss most on Ubuntuphone is to sync addresses and calenders using CalDAV and CardDAV. At least for addresses I found a working solution in syncevolution.

Based on this article I successfully set up my Ubuntuphone to sync my addresses hosted on posteo.de.

The OS on my phone ist Ubuntu 14.10 (r16) where syncevolution already is pre-installed.
So the first steps to install syncevolution mentioned in the article are not neccessary any longer.

Syncevolution is configured on the command line.
I used the adb-shell on my Ubuntu-computer to do this but you also can use the terminal-app on the phone.
In both cases the root-password you are asked for is the same than the one you use to unlock your phone.

To open the shell in the computer just type adb shell in the terminal. Ensure that your device is connected with the computer and unlocked. Type in the password when you are asked for it.

To become root type in su – phablet.

When using the terminal on your device you are prompted to type in the root-password.

In the following I use my provider posteo.de as example. With some modifications this should work with any other CardDAV-Server as well.

To set up syncevolution type in the following commands. Ensure that you change things like username or password accordingly.


syncevolution --configure --template WebDAV username=[youremailaddress]@posteo.de password=[yourpassword] syncURL=https://posteo.de:8843/addressbooks/[youremailaddresswithoutdomain]/default/ keyring=no target-config@posteo

syncevolution --configure database=https://posteo.de:8843/addressbooks/[youremailaddresswithoutdomain]/default/ backend=carddav target-config@posteo myaddressbook

syncevolution --configure --template SyncEvolution_Client sync=none syncURL=local://@posteo username= password= posteo

syncevolution --configure sync=two-way backend=addressbook database= posteo myaddressbook

syncevolution --sync slow posteo myaddressbook

This should start the initial sync with your addressbook.

To sync the addressbook later again you just have to enter the command


syncevolution posteo myaddressbook

I tried to modify this to set up sync of my calendar hosted at posteo.de as well.
This however failed with the following error:


unsupported media type or format (local, status 10415)

If anybody has ideas on this issue I would be thankful to hear.

Edit 2015/03/31: You need to have developer mode enabled on your ubuntuphone to get this work!
This is done in settings / Info … (I do not know the exact menu name as my phone is set on german language)

Ubuntuphone – Erfahrungsbericht nach zwei Monaten


Nachdem ich mein Ubuntuphone nun zwei Monate als einziges Smartphone im Betrieb habe, möchte ich es nicht mehr missen. Es gibt aber noch durchaus nervige Bugs und schmerzlich vermisste Funktionen.

Canonical spricht inzwischen nur noch von „Ubuntophone“. Den Begriff „Ubuntu Touch“ hört man fast kaum noch. Daher verwende ich hier nun auch den Begriff Ubuntuphone.

Seit zwei Monaten verwende ich ein Nexus 4 mit Ubuntu als einziges Smartphone.
Eine Rückkehr zu iOS oder einen Wechsel zu Android kann ich mir nicht vorstellen.

Anfang Februar hat der spanische Hersteller BQ nun tatsächlich das erste kommerzielle Smartphone mit vorinstalliertem Ubuntu veröffentlicht. Obwohl ich ja bereits das Nexus in Betrieb habe, hat mein Spieltrieb mich dazu verleitet, in den von BQ und Canonical „Flashsale“ genannten Verkaufsaktionen ein BQ-Ubuntuphone zu bestellen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war die Neugier, ob und ggf. wie sich das „kommerzielle“ Ubuntuphone von der Downloadversion unterscheidet.
Verschickt wird das BQ-Smartphone „im März“ und ich bin sehr gespannt.
Wie ich dem einen oder anderen „Unboxing“-Video auf YouTube entnommen habe, gibt es wohl tatsächlich einige Unterschiede. So gibt es beim BQ sogenannte „Scopes“, welche es für die Download-Version (noch?) nicht gibt. Eine nette Spielerei scheint z.B. der Today-Scope zu sein, der auf der Startseite das lokale Wetter, Zeiten für Sonnenauf- und Untergang, aber auch aktuelle Kalendereinträge und Nachrichten anzeigt.
Auch im Bereich „Konten“ meine ich, eine ganze Reihe mehr Einträge gesehen zu haben, als ich auf meinem Nexus zur Verfügung habe.

Mit der Veröffentlichung des BQ-Gerätes habe ich mein Nexus 4 nun vom devel-proposed-channel (also dem Kanal, in dem der nur spärlich getestete Entwicklungszweig veröffentlicht wird) auf stable umgestellt (also dem Zweig, der vermutlich auch auf dem BQ installiert ist).
Interessanterweise scheint mir der Zweig „stable“ aber deutlich unstabiler zu sein, als der letzte Entwicklungszweig. Das System reagiert deutlich hakeliger und ich stelle Bugs fest, die es in devel-proposed nicht gibt.
Ein Beispiel: Beim Verfassen eines Tweets in Twitter friert das System regelmäßig für einige Sekunden ein, sobald ich den Buchstaben „i“ tippe. Zwar versuche ch, den Buchstaben so wet es geht zu vermeden, das gelngt aber in der Praxs kaum😉
Auf der anderen Seite hat es mich im devel-proposed-Zweig zuletzt genervt, dass der kleine Briefumschlag, welcher neu eingegangene Nachrichten anzeigt, einfach weiterleuchtet, auch wenn man alle neuen Nachrichten als gelesen markiert hat. Das führt dazu, dass eigentlich immer neue Nachrichten angezeigt werden, ob nun welche da sind, oder nicht. Erst ein Neustart des Gerätes schaltet den Briefumschlag wieder aus.

Mein Hauptgrund, mir ein Ubuntuphone zuzulegen, ist, dass ich ein Anhänger freier Software bin und kommerzielle und in Bezug auf Datenschutz zweifelhafte Dienste wie Google nach Möglichkeit meiden möchte.
Hier enttäuscht mich die Politik von Canonical.
Als Google-Nutzer hat man auch unter Ubuntuphone alle Möglichkeiten. Es gibt Apps für Gmail und man kann Google-Kalender mit dem Kalender auf dem Ubuntuphone synchronisieren.
Meinen bei posteo.de gehosteten Kalender hingegen kann ich nicht über das eigentlich weit verbreitete CalDAV-Protokoll mit dem Ubuntuphone synchronisieren.
Ein Blick auf den Eintrag auf launchpad.net, wo man bekannte Bugs und Feature-Requests für Ubuntuphone und die einzelnen Apps einsehen kann, offenbart, dass die Implementierung von CalDAV von den Entwicklern in der Wishlist auf „Priority: low“ gesetzt wurde.
Das ärgert mich sehr.
Offenbar legt Canonical wenig Wert darauf, Ubuntuphone zu einem wirklich offenen Smartphone-Betriebssystem zu entwickeln, mit dem man von kommerziellen Anbietern weitestgehend unabhängig sein kann.
Welche Zielgruppe mit dieser Strategie angesprochen werden soll, ist mir rätselhaft. Die Freunde und Anhänger von Google haben doch mit Android geradezu ihr Paradies gefunden. Mit einem Ubuntuphone wird diese Klientel (derzeit) sicher nicht glücklich. Andererseits werden die Anhänger offener und freier Software und Standards stiefmütterlich behandelt.

E-Mail:
Einen offiziellen E-Mail-Client bringt Ubuntuphone nicht mit.
Die App „Dekko“ jedoch hat einen ambitionierten Entwickler, der stetig neue Features nachrüstet.
Die Version 0.4, die man als Beta-Version bereits installieren kann, bringt inzwischen viele Funktionen mit, die man von einer E-Mail-App erwartet.
Einige wichtige Funktionen sind allerdings bisher nicht implementiert. So gibt es beispielsweise keine Verbindung zwischen Dekko und dem Adressbuch des Ubuntuphone. E-Mail-Adressen müssen stets manuell eingegeben werden. Auch Dekko hat eine Projektseite auf launchpad.net und der Entwickler erklärt dort, dass er an diesem Feature derzeit nicht arbeitet. Hierzu müssen im Betriebssystem zunächst noch wichtige Voraussetzungen geschaffen werden, die derzeit schlicht nicht vorhanden sind. Dass es an der Verzahnung von Dekko mit dem Betriebssysten noch hapert, merkt man auch daran, dass man über eingehende E-Mails derzeit noch nicht benachrichtigt werden kann.

All diese Mankos (E-Mail, Kalender, Adressbuch) ließen sich für mich verschmerzen, wenn mein E-Mail-Provider posteo.de sein Webinterface in einer für Mobilgeräte optimierten Version zur Verfügung stellen würde. Meine Nachfrage bei Posteo hierzu ergab, dass dieser Wunsch im Moment „geringe Priorität“ habe. Was „geringe Priorität“ im Entwicklerjargon bedeutet, habe ich inzwischen gelernt😉

Fazit:
Man merkt an allen Ecken und Kanten, dass Ubuntuphone ein sehr junges System ist, das noch in den Kinderschuhen steckt. Für den Otto-Normal-Benutzer, der aus der iOS oder der Android-Welt kommt, ist Ubuntuphone derzeit (wie auch z.B. FirefoxOS) keine Alternative.
Andererseits hat das Betriebssystem derart viel Charme und mit den Scopes und den Wischgesten innovative Konzepte, dass ich es nicht mehr hergeben möchte.
Man darf nicht übersehen, dass das allererste offizielle Gerät mit Ubuntu gerade erst an eine handvoll ausgewählter Entwickler und Journalisten verteilt wurde. Die ersten Endkunden werden das BQ im März in Händen halten. Wir stehen ganz am Anfang, einer womöglich großen Geschichte!

Ich freue mich darauf, mein BQ-Gerät im März in Händen zu halten und mit meinem Nexus 4 weiterhin die aktuellen Entwicklungen „on the bleeding edge“ im Auge zu behalten.

Ubuntu Touch – erste Erfahrungen

Nach eher enttäuschenden Flirts mit dem Smartphone-Betriebssystem Firefox OS bin ich noch immer auf der Suche nach einer freien Alternative zu Android und iOS.

In 2014 wird wohl nicht mehr mit einem offiziellen Smartphone mit Ubuntu Touch zu rechnen sein. Meizu will nun erste Ubuntu-Phones im ersten Quartal 2015 und dann auch mit einer „an Android angelehnten Oberfläche“ anbieten. Und vom spanischen Hersteller BQ hat man auch länger nichts gehört.

Daher habe ich mir für verhältnismäßig günstiges Geld gebraucht ein Google Nexus 4 gekauft und darauf das Android-System durch Ubuntu Touch ersetzt.

Sehr hilfreich dabei war mir ein Blogbeitrag von Christian Mahlig (https://www.cais.de/ubuntu-touch-installation) sowie das eine oder andere Youtube-Video.

Ein Computer mit installiertem Ubuntu sollte natürlich vorhanden sein, dann ist die Installation aber eigentlich kein Hexenwerk.

Ubuntu Touch gibt es in einer „stabilen“ Version (stable), dem aktuellen getesteten Entwicklungszweig (devel) sowie dem aktuellen ungetesteten Entwicklungszweig (devel-proposed).

Da ich meine, mit Fehlern und dem einen oder anderen Absturz leben zu können, habe ich inzwischen devel-proposed installiert und bekomme nun tägliche Betriebssystem-Updates. Ein Crash ist aber immer mal drin!

Zu meinen Erfahrungen:

Also, von den längerfristigen Zielen von Canonical, Ubuntu Touch zu einem Betriebssystem zu entwickeln, welches mit einem entsprechenden Docking-System auch als vollwertiger PC verwendet werden kann, ist das System noch meilenweit, vermutlich Jahre, entfernt.

Als Smarphone-Betriebssystem kann es sich aber durchaus bereits sehen lassen und es ist zu spüren, dass die Ambitionen hoch sind.

Die Bedienung läuft flüssig, wenn auch aufgrund der vorrangigen Gestensteuerung zunächst gewöhnungsbedürftig.

Das Annehmen eines Anrufes oder das Beenden einer App muss schon mal kurz geübt werden, dann läuft es aber flüssig.

Dass Ubuntu Touch noch weit davon entfernt ist, „fertig“ zu sein, merkt man eher an komplett nicht vorhandenen Funktionen, als an Fehlfunktionen.

So sind z.B. im Moment CalDAV und CardDAV zum synchronisieren von Adressbüchern bzw. Kalendern noch nicht implementiert. Für mich eigentlich ein Grund, das Gerät gleich wieder in die Schublade zu stecken. Ich hoffe hierbei jedoch auf ein zügiges Entwicklungstempo.

Auch die Verbindung meines Autoradios per Bluetooth mit dem Ubuntu Phone wollte nicht klappen. Das ging selbst mit dem Firefox OS zumindest rudimentär.

Dafür sind Selbstverständlichkeiten wie die Übergabe eines PDF-Dokumentes aus einer E-Mail an einen PDF-Reader bereits vorhanden – ganz im Gegensatz zu Firefox OS.

PDF-Reader und auch E-Mail-Programmn (Dekko) muss man übrigens zunächst aus dem Ubuntu-Store nachinstallieren. Zwar unerwartet, aber keine weitere Schwierigkeit.

Eine meiner Lieblings-Web-Anwendungen – Wunderlist – läuft nicht im Ubuntu-Toch-Browser. Das müsste allerdings von den 6Wunderkindern eigentlich leicht gelöst werden können, vermutlich hindert da nur eine (zu strenge) Browserabfrage. Meine Nachfrage hierzu bei 6Wunderkinder ergab, das habe derzeit „keine Priorität“. Naja… irgendwie schon verständlich, aber auch schade.

Der Ubuntu-Store ist eigentlich relativ gut ausgestattet. Ob es WhatsApp gibt, ehrlich gesagt, keine Ahnung… Twitter läuft z.B. recht ordentlich in der Mobilbrowser-Version.

Ich habe Ubuntu-Toch nun seit 3 Wochen in Betrieb und seitdem ist immer dieselbe App im Store „App of the Week“😉 So viel Bewegung ist da also noch nicht drin.

WLAN und auch Mobilfunk laufen meist problemlos. Beim Wechsel zwischen den beiden Modi hilft es manchmal, den Flugmodus kurz ein- und wieder auszuschalten.

Mein Fazit:

Das Firefox OS – Gerät habe ich inzwischen in gute Hände verschenkt. Das ist noch immer das System, in welches ich die größten Zukunftshoffnungen setze. Wenn Canonical aber ein bisschen dran bleibt, wird meiner Meinung nach Ubuntu Touch schneller für den Massenmarkt geeignet sein.

Mein Ubuntu-Nexus ist mittlerweile mein einziges Smartphone und durchaus alltagstauglich.

Auf Card- bzw. CalDAV-Unterstützung warte ich allerdings schon sehr sehnsüchtig…

Vergrößert Firefox OS den globalen Elektronikschrottberg?

Vor einigen Wochen noch war ich ein großer Freund hinter der Idee von Mozilla, mit Firefox OS und günstigen Geräten Smartphones auch in Schwellenländer zu bringen.

Meine eigenen Erfahrungen mit diesen Billig-Geräten lassen mir diese Überlegungen nun in einem etwas anderen Licht erscheinen.

Vor einigen Tagen sagte Anke Domscheit-Berg im ZDF sinngemäß, dass es für den Planeten schlicht nicht erträglich wäre, würde jeder Inder und jeder Chinese wie bei uns üblich ein Auto fahren wollen. Diese Aussage führte natürlich zu Widerspruch, aber es liegt auf der Hand, dass sie wahr ist.

Ähnlich sehe ich es bei Smartphones: können wir es wirklich wollen, dass Milliarden von billig(st)-Smartphones Indien, China und Südamerika überschwemmen? Jedes dieser Geräte enthält Gold, sog. „seltene Erden“ und jede Menge Arbeitskraft aus Billiglohnländern.

Diese Geräte sind nicht darauf ausgelegt, jahrelang zu funktionieren und die Hersteller haben ganz offensichtlich auch nicht vor, diese Geräte langfristig mit Upgrades zu versorgen. Wenn jemand eine neue OS-Version haben möchte, soll er sich ein neues Smartphone kaufen. Das Alcatel One Touch läuft bei uns in Europa heute noch mit der veralteten Firfox OS – Version 1.1, obwohl derzeit Version 1.3 aktuell ist und 1.4 in den Startlöchern steht.

Natürlich, ein iPhone kostet mindestens 700 Euro und ist damit für Menschen in Schwellenländern völlig unerschwinglich. Auf der anderen Seite sind die Apple-Geräte so gebaut, dass sie viele Jahre funktionieren und auch nach zwei oder drei Jahren noch einen hohen Wiederverkaufswert haben. Ein iPhone landet nicht so schnell auf dem Elektronikschrottberg.

Ich bin bei diesen Überlegungen hin- und hergerissen.

Wer bin ich schon, dass ich sagen möchte, Smartphones sollten ein Monopol der wohlhabenden Industrieländer sein?

Aber ohne Geräte in guter Qualität zu fairen Preisen, die nach Möglichkeit noch ohne Ausbeutung von Ressourcen und Menschen hergestellt wurden, wird die Erde in Kürze neben dem Plastikmüll-Thema ein weiteres Problem zu bewältigen haben.

Ich habe keine Lösung – aber das Thema wollte ich mal angesprochen haben.

8 Wochen Firefox OS – etwas besser als unbenutzbar

Mein erstes Firefox OS – Smartphone, das ZTE Open C, habe ich nun seit etwas mehr als 8 Wochen.

Die ersten zwei Wochen ertappte ich mich dabei, wie ich doch immer wieder zum iPhone griff, daher entschied ich mich zu einem für mich spektakulären Schritt: ich verkaufte mein iPhone!

Von nun an war ich zu der Benutzung des Firefox OS-Gerätes „gezwungen“.

Um es ganz kurz zu machen: das Gerät bzw. das Betriebssystem sind meinen (eigentlich geringen) Alltagsanforderungen nicht gewachsen. Wenn ich nach meinen Erfahrungen mit Firefox OS gefragt werde, fasse ich es meist so zusammen: das Gerät ist ein kleines bischen besser als unbenutzbar.

Ursprünglich bin ich voller Begeitsterung und Idealismus an das Thema Firefox OS herangegangen und hier ein so vernichtendes Urteil fällen zu müssen, tut mir wirklich leid.

Hier meine Haupt-Kritikpunkte:

  • Obwohl ich mit Vodefone ein allgemein annerkannt recht ordentliches Mobilfunknetz nutze, ist das Internet mit meinem Open C außerhalb eines WLAN eigentlich nicht nutzbar. Wo meine Frau mit ihrem iPhone mit ein wenig Geduld noch einen ordentlichen Seitenaufbau erreicht, quittiert das Open C den Verbindungsaufbau von vorne herein mit einer Fehlermeldung.  An meinem Arbeitsplatz – ca. 10km vom nächsten Ballungszentrum entfernt – erreichen mich grundsätzlich keine E-Mails und an ein „Surfen“ im Internet ist überhaupt nicht zu denken.
  • Auch in funktionierende WLANs verbindet sich mein Open C nur sehr widerwillig. Wenn ich mit dem Gerät nach Hause komme, ist zunächst einmal ein Neustart des Telefons erforderlich, damit das heimische WLAN überhaupt erkannt wird. Auch reißt die Verbindung zum WLAN gerne mitten beim Betrachten eines Youtube-Videos gerne mal ab – auch dann ist ein Neustart angesagt, bevor es weitergehen kann.
  • Selbst ein Jahr nach Erscheinen von Firefox OS (inzwichen in Inkarnation 1.3) ist das Öffnen von PDF-Dateien in der E-Mail-Anwendung nicht vorgesehen. Die PDF-Anhänge werden zwar „angezeigt“, das heißt es wird einem mitgeteilt, dass ein PDF-Anhang vorhanden ist. Mit diesem lässt sich aber rein gar nichts anfangen – man kann ihn noch nicht einmal irgendwohin speichern.
  • Die Akku-Laufzeit ist miserabel. Am Morgen mit gefülltem Akku in die Tasche gesteckt ist der Akku oft am Ende des Arbeitstages so leer, dass sich das Gerät noch nicht einmal mehr starten lässt. Und das, ohne dass irgendetwas mit dem Gerät gemacht wurde – ich habe das Telefon einfach im Standby in der Tasche. Inzwischen gehe ich so vor, dass ich bevor ich das Gerät in die Tasche stecke, alle Apps konsequent beende. Ganz ohne im Hintergrund laufende Apps komme ich inzwischen so weit, das es reicht, das Smartphone jede Nacht aufzuladen.

Dass ich mein Addressbuch nicht per CardDAV mit einem Server synchronisieren kann, möchte ich ja gar nicht erst erwähnen. Solch ein „fortgeschrittenes“ Feature ist vermutlich erst in Version 5.0 zu erwarten.

Das alles wäre nicht so tragisch, wenn ich die Hoffnung hätte, dass sich das Betriebssystem in vielen kleineren Schritten nach und nach verbessert und benutzbarer wird. Diese Hoffnung habe ich aber aufgegeben wenn ich lese, dass z.B. das Alcatel OneTouch noch immer unter der Version 1.1 läuft. Vermutlich legen es die Gerätehersteller darauf an, dass man sich lieber ein neues Gerät kauft, als auf ein Update des vorhandenen zu warten. Wie sich das womöglich auf den globalen Elektronikschrottberg auswirkt, überlege ich mir vielleicht mal in einem folgenden Blogbeitrag. Wenn ich die integrierte App „Software Update“ aufrufe, bekomme ich entweder einen „Netzfehler“ angezeigt (in den meisten Fällen) oder die Meldung „Ihr System ist auf dem neuesten Stand“.

Nun warte ich gespannt auf das Ubuntu-Phone!

Edit 21.09.2014

Jetzt habe ich etwas entdeckt, was mir das Leben mit dem Firefox-OS – Smartphone etwas erträglicher macht:

Offenbar hat das Telefon (oder das OS) ein Problem damit zu erkennen, wenn man sich aus dem Bereich eines WLAN entfernt und kann nicht selbstständig auf Mobilfunk schalten.

Wenn ich nun das heimische WLAN verlasse, starte ich das Gerät neu (das geht erfreulich schnell) und achte darauf, dass es sich ins Mobilfunknetzwerk einwählt.

JA, das ist aufwändig und sollte eigentlich selbstverständlich sein. Aber ich muss eben pragmatisch zur Kenntnis nehmen, dass es nun mal so ist und lebe gut damit.

Migration zu LibreOffice im Unternehmen – Ein Erfahrungsbericht

in dem kleinen mittelständischen Industriebetrieb mit derzeit 32 PC-Arbeitsplätzen, dessen IT ich verantworte, war wie fast überall auf diesem Planeten bis zum Jahr 2013 in aller Selbstverständlichkeit das Office-Paket von Microsoft im Einsatz.

Office 2000 war nun nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit und es wurde diskutiert, auf MS-Office 2010 oder die Version 2013 zu wechseln.

Mein Einwurf, man könne doch auch einen Wechsel zu LibreOffice evaulieren, wurde seitens der Geschäftsleitung mit „Libre was?!?“ beantwortet. Da auf einigen Arbeitsplätzen jedoch auch schon seit Jahren parallel OpenOffice installiert war, konnte ich die Geschäftsleitung immerhin überzeugen, dass mein Vorschlag nicht ganz des Teufels war. Immerhin sind im Unternehmen die Prinzipien von OpenSource-Software seit längerem bekannt und bereits vor 10 Jahren migrierten wir vom Internet Explorer zu Firefox und von Outlook zu Thunderbird (ohne Einsatz eines Exchange-Servers).

Zunächst waren es natürlich die Lizenzkosten, mit denen ich bei den Verantwortlichen punkten konnte. Mitte 2013 kamen mir dann aber vor allem die Enthüllungen um die Datensammelwut der NSA zu Hilfe. Die Zeitungsmeldungen, dass auch Microsoft fleißig und regelmäßig Daten an die amerikanischen Geheimdienste weitergibt, stellte den bereits beschlossenen Wechsel zu MS-Office 2013 zunächst in Frage, bald darauf wurde das Projekt gestoppt.

Im Spätsommer 2013 starteten wir die ersten Testläufe mit LibreOffice mit zunächst fünf (mehr oder weniger) Freiwilligen – am 1. Januar 2014 wurde der Wechsel zu LibreOffice dann endgültig vollzogen.

Über unsere / meine Erfahrungen mit diesem Projekt möchte ich hier kurz berichten.

Zugegeben, vielleicht waren unsere Voraussetzungen für einen Wechsel zu LibreOffice etwas einfacher, als in anderen Unternehmen. Outlook hatten wir schon seit 10 Jahren abgelöst und auch PowerPoint-Präsentationen werden bei uns eher selten erstellt. Auf unseren ca. 30 PCs wurde insbesondere Excel und Word genutzt und das war es dann auch schon.

Nach dem „Go“ durch die Geschäftsleitung bestimmte ich zunächst fünf Freiwillige, die für einige Wochen LibreOffice auf ihrem PC testen sollten. Hierbei achtete ich darauf, dass verschiedene Abteilungen involviert waren und auch die Kenntnisse der Beteiligten nicht zu homogen waren.

Sechs Wochen lang hat das Test-Team wo es ging mit den LibreOffice-Anwendungen statt mit Word und Excel gearbeitet. Hierbei wurde notiert und regelmäßig ausgetauscht, wo es Probleme gab, was gut funktioniert und vor allem welche der im Unternehmen vorhandenen Word- und Excel-Vorlagen für die Verwendung mit LibreOffice überarbeitet werden müssen.

Hierbei stellte sich heraus, dass in einer Vielzahl der Fälle lediglich z.B. Anpassungen der Seitenränder erforderlich waren.

Wichtig ist, das man das *.doc oder *.xls (bzw. *.doxc oder *.xlsx) – Dokument zunächst unter dem LibreOffice-eigenen Format, also als OpenDocument abspeichert. Viele anscheinende Inkompatibilitäten werden durch das reine Abspeichern als *.odt oder *.ods von LibreOffice bereits behoben.

Als Problemfall erwiesen sich insbesondere Dokumente, die VBA-Makros enthalten. VisualBasic for Applications ist nicht kompatibel mit dem in LibreOffice eingesetzten StarBasic. Zwar funktionieren einige (einfache) Makros durchaus weiter, kompliziertere Makros müssen aber angepasst werden.

Bei uns stellte sich heraus, dass viele Makros von der Schwester eines Freundes des Schwagers eines ehemaligen Kollegen programmiert wurden… was die Überarbeitung erschwerte.

Ich möchte keinen Hehl daraus machen, dass wir dieses Problem bis heute nicht zufriedenstellend gelöst haben.

In unserer Abteilung Qualitätssicherung z.B. blieb Microsoft Office neben dem hauptsächlich eingesetzten LibreOffice bestehen.

Ein oft angeführtes Argument gegen den Einsatz von LibreOffice im Unternehmen ist die fehlende Kompatibilität mit den Dokumenten von Kunden und Lieferanten. Dieses Argument ist in den meisten Fällen jedoch nicht stichhaltig. LibreOffice kann die Dokumentenformate von Microsoft (neuere und ältere) sowohl lesen als auch schreiben. In den meisten Fällen ist es ohnehin nicht angebracht, ein Angebot beispielsweise als Word-Datei zu versenden oder eine Aufstellung als Excel-Datei. Es lassen sich aus LibreOffice heraus sehr einfach pdf-Dokumente erstellen, die dann weitergegeben werden können.

Sollte ausnahmsweise doch mal eine Office-Datei weitergegeben werden müssen, lässt sich diese im Microsoft-Format speichern und so weitergeben.

Alles in Allem war die Umstellung auf LibreOffice rein technisch keine allzu große Herausforderung.

Die deutlich größere Herausforderung stellen die menschlichen bzw. psychologischen Aspekte dar, die eine solche Umstellung mit sich bringt.

Vor allem der nicht so IT-affine Mitarbeiter hat oft Angst vor dem Neuen und steht daher der Umstellung kritisch gegenüber.

Diese Problematik wird auch in einem Whitepaper der LibreOffice-Foundation (in englischer Sprache, Link siehe unten) gut angesprochen.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Geschäftsleitung voll und ganz hinter der Migration steht und der IT den Rücken stärkt.

Was es bedeutet, wenn die Führung eines Unternehmens oder einer Behörde auch nachträglich von dieser Entscheidung abrückt, kann man derzeit gut in München beobachten, wo das weltweit angesehene Limux-Projekt zunehmend vom eigenen Oberbürgermeister torpediert wird.

Mit der IT-Abteilung der Stadt München möchte ich derzeit nicht tauschen…

Auch mich, das möchte ich nicht verschweigen, hat die Umstellung einige Nerven gekostet. Die Anzahl der Microsoft-Office-Experten ist im Zuge der Umstellung sprunghaft angestiegen. Selbst Kollegen, die Zahlenreihen in Excel zusammentragen, dann aber mit dem Taschenrechner addieren, geben sich plötzlich als ausgewiesene Excel-Experten zu erkennen, denen LibreOffice das Leben ach so schwer macht…

Hier ist Psychologie gefragt (das werde ich beim nächsten Migrations-Projekt auch besser wissen) und wie gesagt der unbedingte Rückhalt aus der Geschäftsleitung.

Mit der Versionspflege halte ich es so:

Derzeit haben wir die Version 4.1.6 im Einsatz, also die letzte und somit (vermutlich) stabilste Version der 4.1-er Serie.

In Kürze ist mit Erscheinen der Version 4.2.6 zu rechnen – dann werde ich auf diese Version upgraden.

Sämtliche Fehlerkorrektur-Releases dazwischen lasse ich aus und rolle also immer nur die stabile letzte Version aus.

Zu erwähnen ist noch, dass wir eine Installation von Microsoft Office 2013 im Einsatz haben, falls sich ein (fremdes) Dokument mal als besonders widerspenstig erweisen sollte. Bisher kam das aber nicht vor!

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

 

Link zum Whitepaper der LibreOffice-Foundation:

http://documentfoundation.files.wordpress.com/2013/03/tdf-migrationwhitepaper1.pdf